Was macht uns depres­siv? | 42 — Die Antwort auf fast alles

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Kurze Zusam­men­fas­sung 🚀

Entde­cke die vielschich­ti­gen Ursachen von Depres­sio­nen, die weit mehr als nur “schlech­te Laune” sind. Warum leiden 20% aller Menschen im Laufe ihres Lebens an dieser komple­xen Erkran­kung? Sind Depres­sio­nen rein bioche­misch bedingt oder könnten sie einen evolu­tio­nä­ren Sinn haben? Könnte deine Darmflo­ra deine Stimmung beein­flus­sen? Eine faszi­nie­ren­de Reise durch die neues­ten wissen­schaft­li­chen Erkennt­nis­se, die unser Verständ­nis dieser häufigs­ten psychi­schen Erkran­kung revolutionieren.

Die wichtigs­ten Punkte 📌

Kernin­hal­te

  • Depres­sio­nen betref­fen etwa 20% der Menschen im Laufe ihres Lebens und sind damit die häufigs­te psychi­sche Erkrankung
  • Die Seroto­nin-Hypothe­se (Mangel an Seroto­nin als Ursache) ist umstrit­ten, da es keinen eindeu­ti­gen Beweis für ein Defizit gibt
  • Neuro­plas­ti­zi­tät spielt eine zentra­le Rolle — bei Depres­sio­nen ist die Fähig­keit des Gehirns, neue Verbin­dun­gen zu bilden, eingeschränkt
  • Die Darmflo­ra produ­ziert wichti­ge Neuro­trans­mit­ter und beein­flusst über die Darm-Hirn-Achse unsere Stimmung
  • Depres­sio­nen könnten evolu­ti­ons­bio­lo­gisch sinnvoll sein, indem sie uns zwingen, ineffek­ti­ve Strate­gien zu überdenken

Analyse und Gedanken

  • Die Komple­xi­tät von Depres­sio­nen erfor­dert einen multik­au­sa­len Behand­lungs­an­satz statt einer “One-Size-Fits-All”-Lösung
  • Psyche­de­li­ka wie Ketamin und Psilo­cy­bin öffnen neue Behand­lungs­we­ge, indem sie “neuro­plas­ti­sche Fenster” schaffen
  • Die Wechsel­wir­kung zwischen Körper und Psyche wird zuneh­mend wichti­ger — chroni­sche Entzün­dun­gen können Depres­sio­nen begünstigen
  • Die tradi­tio­nel­le Trennung zwischen biolo­gi­schen und psycho­lo­gi­schen Ursachen ist überholt; beide Fakto­ren beein­flus­sen sich gegenseitig
  • Die indivi­du­el­le Ursachen­for­schung ist entschei­dend für eine erfolg­rei­che Behand­lung, da “Depres­si­on” viele verschie­de­ne Erkran­kun­gen umfasst

Fazit

Depres­sio­nen sind keine Charak­ter­schwä­che, sondern komple­xe Zustän­de mit biolo­gi­schen, psycho­lo­gi­schen und sozia­len Ursachen. Die Forschung entwi­ckelt sich rasant weiter und zeigt, dass wir Depres­sio­nen diffe­ren­zier­ter betrach­ten müssen, um effek­ti­ve, indivi­dua­li­sier­te Behand­lun­gen zu ermöglichen.

Inhalt mit Sprungmarken ⏩

Die Komple­xi­tät von Depres­sio­nen (00:02)

Depres­sio­nen betref­fen etwa 20% der Menschen im Laufe ihres Lebens und sind damit ein weit verbrei­te­tes Phäno­men. Der Übergang von norma­ler Traurig­keit zu einer klini­schen Depres­si­on ist fließend und oft schwer zu definie­ren. Die Vielfalt der Sympto­me macht Depres­sio­nen zu einer komple­xen Erkran­kung – während manche Betrof­fe­ne unter Schlaf­lo­sig­keit leiden, schla­fen andere übermä­ßig viel. Diese Hetero­ge­ni­tät erschwert sowohl die Diagno­se als auch die Behand­lung. Beson­ders heraus­for­dernd ist die Abgren­zung zwischen einer vorüber­ge­hen­den depres­si­ven Verstim­mung und einer behand­lungs­be­dürf­ti­gen Depres­si­on, da die Sympto­me indivi­du­ell stark variie­ren können.

Bioche­mi­sche Ursachen und Seroto­nin (03:45)

Depres­sio­nen äußern sich durch anhal­ten­de Traurig­keit und Motiva­ti­ons­lo­sig­keit, die das Leben der Betrof­fe­nen massiv beein­träch­ti­gen. Als häufigs­te psychi­sche Erkran­kung wurden sie inten­siv erforscht, wobei die zufäl­li­ge Entde­ckung der stimmungs­auf­hel­len­den Wirkung eines Tuber­ku­lo­se-Medika­ments den Grund­stein für moderne Antide­pres­si­va legte. Diese Medika­men­te erhöhen typischer­wei­se den Seroton­in­spie­gel im Gehirn, was die Sympto­me vieler Patien­ten lindert. Dennoch bleibt die Seroto­nin-Hypothe­se umstrit­ten, da ein direk­ter Nachweis eines Seroto­nin­man­gels bei depres­si­ven Menschen fehlt. Die bioche­mi­schen Prozes­se im Gehirn sind deutlich komple­xer als zunächst angenom­men und umfas­sen ein Zusam­men­spiel verschie­de­ner Neurotransmitter.

Neuro­plas­ti­zi­tät und Ketamin (07:23)

Die Neuro­plas­ti­zi­tät beschreibt die bemer­kens­wer­te Fähig­keit des Gehirns, sich durch neue Erfah­run­gen und Lernpro­zes­se konti­nu­ier­lich zu verän­dern. Bei depres­si­ven Menschen ist diese Anpas­sungs­fä­hig­keit oft einge­schränkt, wodurch sich negati­ve Gedan­ken­mus­ter verfes­ti­gen und in einem Teufels­kreis münden. Ketamin, ursprüng­lich als Narko­se­mit­tel entwi­ckelt, zeigt vielver­spre­chen­de Ergeb­nis­se in der Depres­si­ons­be­hand­lung, indem es ein “neuro­plas­ti­sches Fenster” öffnet. Durch die Stimu­la­ti­on bestimm­ter Hirnre­gio­nen können neue neuro­na­le Verbin­dun­gen entste­hen, die alte Denkmus­ter durch­bre­chen. Diese Erkennt­nis­se deuten darauf hin, dass Kommu­ni­ka­ti­ons­stö­run­gen zwischen Hirnzel­len eine zentra­le Rolle bei Depres­sio­nen spielen könnten.

Psyche­de­li­ka und Psycho­the­ra­pie (11:06)

Ketamin wirkt bei vielen Patien­ten erstaun­lich schnell gegen depres­si­ve Sympto­me, jedoch nicht bei allen Betrof­fe­nen gleicher­ma­ßen. Auch andere psycho­ak­ti­ve Substan­zen wie LSD und Psilo­cy­bin werden zuneh­mend erforscht, da sie ähnlich wie Ketamin die Hirnak­ti­vi­tät verän­dern und neue Erfah­rungs­mög­lich­kei­ten eröff­nen können. Inter­es­san­ter­wei­se ähneln die neuro­plas­ti­schen Effekte dieser Substan­zen den Wirkun­gen einer erfolg­rei­chen Psycho­the­ra­pie, die ebenfalls neue Perspek­ti­ven und Denkmus­ter fördert. Beide Ansätze – medika­men­tös und thera­peu­tisch – können die Neuro­plas­ti­zi­tät des Gehirns anregen und dadurch festge­fah­re­ne depres­si­ve Struk­tu­ren aufbre­chen. Diese Paral­le­len verdeut­li­chen, dass verschie­de­ne Behand­lungs­we­ge über ähnli­che Mecha­nis­men wirken können.

Die Darm-Hirn-Achse (14:49)

Unser Körper und unsere Emotio­nen stehen in ständi­ger Wechsel­wir­kung, wobei beson­ders die Verbin­dung zwischen Darm und Gehirn zuneh­mend in den Fokus der Forschung rückt. Im Darm leben Milli­ar­den von Bakte­ri­en, die nicht nur die Verdau­ung beein­flus­sen, sondern auch wichti­ge Neuro­trans­mit­ter produ­zie­ren und konti­nu­ier­lich mit dem Gehirn kommu­ni­zie­ren. Studien zeigen, dass Verän­de­run­gen im Darmmi­kro­bi­om direkte Auswir­kun­gen auf Verhal­ten und Stimmung haben können. Beson­ders relevant für Depres­sio­nen ist die Erkennt­nis, dass chroni­sche Entzün­dungs­pro­zes­se, die durch eine gestör­te Darmflo­ra begüns­tigt werden, das Risiko für depres­si­ve Erkran­kun­gen erhöhen können. Diese Erkennt­nis­se eröff­nen völlig neue Behand­lungs­an­sät­ze, die über die klassi­sche Psycho­phar­ma­ko­lo­gie hinausgehen.

Evolu­tio­nä­re Perspek­ti­ve (18:31)

Depres­sio­nen könnten aus evolu­ti­ons­bio­lo­gi­scher Sicht einen adapti­ven Wert haben, indem sie uns zwingen, ineffek­ti­ve Strate­gien zur Zieler­rei­chung zu überden­ken. Die charak­te­ris­ti­sche Antriebs­lo­sig­keit könnte als Schutz­me­cha­nis­mus dienen, der uns davon abhält, wertvol­le Energie in aussichts­lo­se Vorha­ben zu inves­tie­ren. Diese Perspek­ti­ve betrach­tet depres­si­ve Zustän­de nicht nur als Störung, sondern als poten­zi­ell sinnvol­len Anpas­sungs­me­cha­nis­mus. Für viele Betrof­fe­ne könnte es entlas­tend sein zu verste­hen, dass ihre negati­ven Gefühle mögli­cher­wei­se wichti­ge Signale sind, die auf notwen­di­ge Verän­de­run­gen hinwei­sen. Dieser Ansatz verschiebt den Fokus von der reinen Symptom­be­kämp­fung hin zu einer tiefe­ren Ausein­an­der­set­zung mit den zugrun­de­lie­gen­den Lebens­um­stän­den und persön­li­chen Zielen.

Multik­au­sa­li­tät von Depres­sio­nen (22:13)

Die Ursachen von Depres­sio­nen sind äußerst vielschich­tig und indivi­du­ell verschie­den, was eine einheit­li­che Behand­lung nahezu unmög­lich macht. Selten lässt sich eine Depres­si­on auf einen einzel­nen Auslö­ser zurück­füh­ren – vielmehr entsteht sie aus dem komple­xen Zusam­men­spiel biolo­gi­scher, psycho­lo­gi­scher und sozia­ler Fakto­ren. Diese Erkennt­nis verdeut­licht, warum die Suche nach einer univer­sel­len Ursache oder Thera­pie wenig erfolg­ver­spre­chend ist. Die große Heraus­for­de­rung besteht darin, die verschie­de­nen Subty­pen von Depres­sio­nen besser zu diffe­ren­zie­ren, um geziel­te­re Behand­lungs­an­sät­ze entwi­ckeln zu können. Ein perso­na­li­sier­ter Ansatz, der die indivi­du­el­len Ursachen und Ausprä­gun­gen berück­sich­tigt, verspricht deutlich bessere Erfolgs­aus­sich­ten als standar­di­sier­te Therapieverfahren.

Top 25 Kommentare 💬

Top 25 Kommentare

@artede 21.03.2025, 17:11:49
Depres­si­on betrifft so viele – und doch wird so wenig darüber gespro­chen. Was hilft euch, mental gesund zu bleiben – oder für andere da zu sein?
@ireefree2024 21.03.2025, 15:36:50
Meine Depres­si­on war das beste und schlimms­te was mir in meinem Leben passiert ist. Schlimms­te weil es sich angefühlt hat als ob man einem Atombom­ben­krieg überlebt hat und alles nur noch weh tut. Positiv weil ich endlich im meinem Leben alles hinter­fragt habe was mich verletzt oder festge­hal­ten hat. Heute paar Jahre später weiß ich endlich wer ich bin. Was ist alles kann und voral­lem wie viel ich wirklich aushal­ten kann. Ich weiß, ich bin eine Kämpfe­rin und mittler­wei­le lasse ich mir nichts mehr gefal­len was nicht annehm­bar ist. Sei es in Bezie­hun­gen, Job, Familie oder Freunde. Bin glück­lich verhei­ra­tet, habe tolle Freunde und eine gesunde Distanz zu meiner Familie. Der Job war der schlimms­ten Faktor welcher mich festge­hal­ten / gebro­chen hatte. Ich hoffe ich mache nie wieder die selben Fehler aber bisher habe ich immer aus Fehlern gelernt.
@JonnyDante 22.03.2025, 21:42:09
warum sind 99% der ARTE Dokus so hervorragend? 
@pregwerner 22.03.2025, 21:54:05
Ich leide seit früher Kindheit an chroni­schen Depres­sio­nen – genetisch bedingt und durch das Leben geformt. Doch Erklä­rung ist für mich kein Trost. Traurig­keit spielt kaum eine Rolle; vielmehr genieße ich sie fast, weil sie wenigs­tens ein Gefühl ist. Viel vertrau­ter ist mir die völlige Leere, ein unbeschreib­li­ches Missge­fühl, manch­mal bis hin zu körper­li­cher Schwere oder Lähmung. Wer lange depres­siv ist, lernt vor allem eins: den Zustand ertra­gen, ohne noch darüber nachzudenken.😣
@bergmoench 21.03.2025, 14:07:42
Du bist nicht allein, sondern wertvoll. Schön, dass es Dich gibt! 😊
@johannasturkopf 21.03.2025, 14:23:55
Ich stecke grade mal wieder in einer depres­si­ven Phase… Da kommt das Video ja wie gerufen 😅
Hoffent­lich ist diese Phase bald überwun­den. An alle gleich-fühlen­den: Du bist nicht alleine ❤
@lydiam3954 25.03.2025, 12:17:41
Wenn die Depres­si­on etwas Gutes hatte, dann dass sie gezeigt hat, was für ein Charak­ter mein damali­ger Freund war. Mich mitten in Corona-Zeiten, arbeits­los und depres­siv sitzen­zu­las­sen, hat mir defini­tiv die Augen über ihn geöff­net.
Seit ich einen neuen Job habe, war ich wegen Depres­sio­nen bisher keinen Tag krank und ich danke dem Herrgott jeden Tag für mein neues Leben — ohne ihn!
@Nacken 21.03.2025, 14:49:46
Es kommt immer drauf an wie viel du auf den Schul­tern tragen kannst bis die “Knie brechen”. Das größte Problem ist das es erst wenn die Knie brechen bemerkt wird
@niarudle 23.03.2025, 8:17:29
Mir fehlt bei dieser Doku der gesell­schaft­li­che Einfluss. Es zeigt sich nämlich schon seit Jahrzehn­ten ein Trend, dass, je jünger die Menschen sind, desto häufi­ger erleben sie Depres­si­on, und teilwei­se lässt sich das auf gesell­schaft­li­che Fakto­ren wie die Politik, die Arbeits­welt, den zuneh­men­den Konsum und Social Media zurück­füh­ren. Das sollte uns allen ein Warnsi­gnal sein.
@TTMH61 21.03.2025, 21:11:28
Bin (47)seit meiner Kindheit Depres­siv habe mich immer wieder gefragt warum, was ist das am Ende habe es für mich heraus­ge­fun­den es sind drei Dinge Enttäu­schung, Frust und das leben so zu leben wie man sich das wünscht aber nicht leben kann.
@LauraLustig4 21.03.2025, 18:02:02
Danke für dieses Video. Beson­ders wichtig finde ich: dass Depres­sio­nen von Mensch zu Mensch sehr verschie­den sind und das Bild von der Gedan­ken­au­to­bahn. Mir fehlt aller­dings auch der Aspekt, dass manche Weichen zur Depres­si­on in det Kindheit gestellt werden.
@alexcain3638 21.03.2025, 15:47:57
Schade das hier dynfunk­tio­na­le Bindungs­er­fah­run­gen in der Kindheit als mögli­che Ursache für Depres­si­on nicht mehr Raum gefun­den haben.
@Jonas-qf1cu 23.03.2025, 22:36:16
Manch­mal kann ich mich an das Gefühl in meiner Kindheit erinnern, wie es ist, nicht depres­siv zu sein. Diese Momente versu­che ich immer festzu­hal­ten.
Mega cool, allein für die Hoffnung, dass es doch nochmal so wird, lohnt es bis zum natür­li­chen Ende durchzuziehen! ✌
@draltha3447 23.03.2025, 17:57:04
Da ich als ‚austhe­ra­piert‘ gelte, hatte ich die Chance 2021 an einer Studie teilzu­neh­men, in der eine modera­te Dosis Psilo­cy­bin im Rahmen eine Psycho­the­ra­pie verab­reicht werden. Seither ist die Depres­si­on verschwun­den. Und in den darauf­fol­gen­den Wochen gab es tatsäch­lich Momente, in denen ich mich über meine eigenen, neuen Gedan­ken gewun­dert habe 😅
@DangerDajo 22.03.2025, 1:56:08
Ich wünsch­te, dass die Gesell­schaft offener mit solchen Themen umginge. So wäre es leich­ter für jeden Betrof­fe­nen, Anknüp­fung an Gleich­ge­sinn­te zu finden. Denn gemein­sam durch einan­der ähnli­che Proble­me zu gehen, ist wesent­lich besser, als zusätz­lich zu den Proble­men ein Gefühl des Allein­seins damit zu haben.
An alle Betrof­fe­nen: Seid immer motiviert, aber dennoch achtsam zum Kennen­ler­nen neuer Menschen. Sucht nach den Menschen, die eure Proble­me verste­hen und die daraus resul­tie­ren­den Störun­gen respek­tie­ren! Mir ist aufge­fal­len, dass sofort Sympa­thien entste­hen, wenn zwei Menschen mit Proble­men sich so verste­hen, dass sie sich nicht verstel­len müssen, sondern sie selbst sein können. 😊
@Bezayne 21.03.2025, 16:12:14
Was mir an diesem Beitrag nicht gefällt ist dieser starke Fokus darauf, dass bei jeman­dem der Depres­sio­nen hat etwas “falsch” ist, und wenn die richti­ge Pille einge­wor­fen wird, dann “funktio­niert” man wieder.
Man kann aufgrund äusse­rer Umstän­de depres­siv werden, und wenn es sehr schwer ist diese Umstän­de zu ändern, kann man auch die darauf beruhen­de Depres­si­on nicht mal eben heilen.
@robertb5962 22.03.2025, 0:23:12
Das schlimms­te ist die perma­nen­te anspannung
@Weggefahrtin- 22.03.2025, 21:10:51
Hatte bereits öfters so Phasen. Nun stecke ich seit 2 Jahren fest in ner tiefen Trauer seit dem Verlust von meinem Hund.
Das hat viel mit Verlust­Ängs­ten zu tun aus Kindheit.
Ich bin sicher das hört auf und das ich JETZT endlich mir da was ansehen muss nach diesem Abschied.
Hab mich lange davor gedrückt, abgelenkt usw.

Es ist nunmal alles wie ne Achter­bahn auf und ab.
@MerkelKachba 21.03.2025, 14:18:39
Das System in dem wir Leben macht Depressiv
@meinhartesrohr 21.03.2025, 16:36:06
Ich kann nicht sagen, warum ich depres­siv bin aber ich würde alles eintau­schen um es zu ändern.… ich bin müde, gereizt, frustriert und von hass zervres­sen und obwohl das alles wirklich beschis­sen ist, fühle ich mich dabei einfach nur leer und für nichts zu gebrau­chen. Ich habe auf nichts Lust und will von nieman­dem etwas wissen. Einfach nur isoliert und alleine sein. Um mich zu schüt­zen und die Gesell­schaft von mir…
@petsch6938 22.03.2025, 0:50:18
Nach 40 Jahren Depres­sio­nen verzwei­fe­le ich langsam aber sicher am besten Helfer, der Zeit. Mir helfen Thera­pie, psycho­lo­gi­sche Pflege, Tablet­ten und Musik mich nicht völlig aufzugeben.
@Squeeze_Bottle420 23.03.2025, 6:24:04
Ich bin seit 15 Jahren depressiv..ich habe gelernt damit zu leben ‚denn man bekommt sie nie ganz weg . Psycho­lo­gen gaben mir Werkzeu­ge in die Hand mit denen ich gut an mir selbst arbei­ten kann 👍
@fleximuller 21.03.2025, 16:35:41
Ich wurde depres­siv, durch soziale Ausgren­zung in der Schul­zeit und Mobbing und hab dann extrem zugenom­men jetzt bin ich erwach­sen und hab es raus geschafft anderes Umfeld, neue Menschen
@deddan8445 21.03.2025, 19:23:12
Das schlimms­te ist die Zeit von Novem­ber bis März
Alles grau und kalt
@markus9541 22.03.2025, 7:53:55
Schöner Beitrag. Mir fehlt aller­dings der Einfluss von (Ausdauer-)Sport auf Depres­sio­nen… mittler­wei­le gibt es dazu dutzen­de Studien, die zeigen, dass Sport ähnlich wirksam gegen viele verschie­de­ne Formen von Depres­sio­nen sind wie Antide­pres­si­va. Das kann ich auch aus eigener Erfah­rung sagen.
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Keine Kraft, keine Freude, keine Hoffnung. Jeder Fünfte erkrankt im Laufe seines Lebens an einer Depres­si­on. Doch obwohl die Krank­heit so weit verbrei­tet ist, sind noch viele Aspekte unerforscht. Warum erkran­ken so viele Menschen? Was macht depres­siv? Inzwi­schen blickt die Wissen­schaft anders auf die Krank­heit – und entdeckt neue Wege, um sie zu heilen.

Dass Depres­sio­nen allein ein chemi­sches Ungleich­ge­wicht im Gehirn sind, wurde mittler­wei­le in einer großen Studie wider­legt. „Es reicht nicht, um Depres­sio­nen zu erklä­ren, es könnte nur ein Teil des Puzzles sein“, sagt Camilla Nord, Neuro­wis­sen­schaft­le­rin an der Univer­si­tät Cambridge. Aber was ist es dann? 
Sie und andere Forschen­de versu­chen weiter­hin zu verste­hen, was in den Gehir­nen und Körpern depres­si­ver Menschen vor sich geht. Dabei unter­su­chen sie, welche Rolle Entzün­dun­gen, Gene oder Bakte­ri­en im Darm spielen. Eine vielver­spre­chen­de Fährte führt zur Neuro­plas­ti­zi­tät. Das ist die Fähig­keit des Gehirns, sich ständig zu verän­dern. Bei Depres­si­ven könnte diese verküm­mert sein. Mithil­fe von Psycho­the­ra­pie, aber auch Antide­pres­si­va oder neuen Wirkstof­fen wie Ketamin oder Psilo­cy­bin, kann man sie anschei­nend wieder ankurbeln. 
Andrea Junga­be­r­le leitet eine Klinik in Berlin, die Behand­lun­gen mit Ketamin anbie­tet. „Man macht mit Ketamin ein neuro­plas­ti­sches Fenster auf“, erklärt die Psycho­the­ra­peu­tin, „auch in den Tagen und Wochen nach den Infusio­nen oder der nasalen Gabe sind die Patien­ten deutlich ansprech­ba­rer für neue Lernerfah­run­gen.“ Doch die Behand­lung mit Ketamin ist nur eine von vielen Thera­pie­mög­lich­kei­ten, die es für Erkrank­te gibt.

Wissen­schafts-Dokurei­he, Regie: Fabian Herri­ger (D 2024, 26 Min)

Quellen und weiter­füh­ren­de Links:

Eine Frage der Chemie?
Dass allein ein Mangel an Seroto­nin depres­siv macht, wurde in einer großen Studie widerlegt.
https://​www​.nzz​.ch/​w​i​s​s​e​n​s​c​h​a​f​t​/​s​e​r​o​t​o​n​i​n​m​a​n​g​e​l​-​f​u​e​h​r​t​-​w​o​h​l​-​d​o​c​h​-​n​i​c​h​t​-​z​u​-​d​e​p​r​e​s​s​i​o​n​e​n​-​l​d​.​1​7​7​9​974
https://www.nature.com/articles/s41380-022–01661‑0
Antide­pres­si­va, die auf Seroto­nin abzie­len, können trotz­dem helfen.
https://​www​.ncbi​.nlm​.nih​.gov/​b​o​o​k​s​/​N​B​K​3​6​1​0​16/

Der Grund dafür könnte Neuro­plas­ti­zi­tät sein.
https://​www​.scien​ce​di​rect​.com/​s​c​i​e​n​c​e​/​a​r​t​i​c​l​e​/​p​i​i​/​S​0​0​9​2​8​6​7​4​2​1​0​0​0​775
Andere Theorien führen zum Beispiel zum Darm.
https://www.nature.com/articles/s41398-022–01977‑z

Ketamin, Psilo­cy­bin und LSD

Studien zeigen, dass Ketamin und Psilo­cy­bin Depres­sio­nen lindern können.
https://​www​.nejm​.org/​d​o​i​/​f​u​l​l​/​1​0​.​1​0​5​6​/​N​E​J​M​o​a​2​2​0​6​443
https://​jamanet​work​.com/​j​o​u​r​n​a​l​s​/​j​a​m​a​p​s​y​c​h​i​a​t​r​y​/​f​u​l​l​a​r​t​i​c​l​e​/​6​6​8​195

Auch LSD scheint vielversprechend.
https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/drogen-studie-zeigt-positive-wirkung-von-lsd-bei-depressionen-a-25b62fba-6075–46fb-a8cb-5fd46f1864b0

Die Wirkstof­fe werden mittler­wei­le immer häufi­ger zur Psycho­the­ra­pie eingesetzt.
https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Ketamintherapie-gegen-schwere-Depressionen‑,depressionen158.html

Vorsicht aber bei Wechsel­wir­kun­gen zwischen Antide­pres­si­va und anderen Wirkstoffen!
https://​www​.ovid​-clinics​.com/​b​l​o​g​/​p​s​y​c​h​e​d​e​l​i​c​-​a​n​t​i​d​e​p​r​e​s​s​a​n​t​-​i​n​t​e​r​a​c​t​i​ons

Gute Gründe für Depressionen?

Manche Forscher fragen sich, welche Gründe es evolu­tio­när gesehen für Depres­sio­nen geben könnte.
https://​www​.randolph​nes​se​.com/

Vielleicht ist das alles aber auch einfach nur ein geneti­scher Betriebsunfall.
https://​www​.riffre​por​ter​.de/​d​e​/​w​i​s​s​e​n​/​d​e​n​i​s​o​v​a​-​u​r​m​e​n​s​c​h​-​g​e​n​e​-​d​e​p​r​e​s​s​i​o​n​-​k​r​a​n​k​h​e​i​t​-​k​a​e​l​t​e​-​a​n​p​a​s​s​u​n​g​-​h​o​m​o​-​s​a​p​i​e​n​s​-​e​r​b​e​-​a​s​ien
https://​journals​.plos​.org/​p​l​o​s​g​e​n​e​t​i​c​s​/​a​r​t​i​c​l​e​?​i​d​=​1​0​.​1​3​7​1​j​o​u​r​n​a​l​.​p​g​e​n​.​1​0​1​0​950

Neu und wichtig:
Musik in dieser Folge 

Alex Bomann – Gröna Dalen // TC 01:10:01:24
Colin Stetson – The Righteous Wrath of an Honorable Man // TC 01:13:19:02
Paul Kalkbren­ner – Azure // TC 01:24:10:19

#depres­si­on #mental­he­alth #wissen­schaft
Video verfüg­bar bis zum 01/03/2028

Link zur Media­thek: https://www.arte.tv/de/videos/115519–014‑A/was-macht-uns-depressiv/

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